Die Freiwillige Feuerwehr Altenburg bis 1990

Der II. Weltkrieg war 1945 zu Ende. Wie viele Opfer er unter den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Altenburg gefordert hat, ist leider nicht mehr zu ermitteln. Aber fest steht, dass die Freiwillige Feuerwehr 1945 schon zu Einsätzen ausrücken musste.

Obwohl durch den Krieg schon stark geschwächt, wurde die Freiwillige Feuerwehr durch administrative Maßnahmen 1946 an den Rand ihrer Existenzfähigkeit gebracht. Als die Stadt Altenburg die Berufsfeuerwehr der DEA (Rositz) übernahm, musste die Freiwillige Feuerwehr ihre gesamte Ausrüstung abgeben. Die gesamten Fahrzeuge, Schlauchmaterial und Ausrüstungen wurden der Berufsfeuerwehr übergeben. Als einzige Aufgabe verblieben der Freiwilligen Feuerwehr nur noch die Theaterwachen im Landestheater. Trotz alledem wurden weiterhin Übungen durchgeführt.

Im Jahre 1948 wurde die Feuermeldeanlage von der Marienstraße (Gerätehaus Freiwillige Feuerwehr) in die Münsaer Straße (Stützpunkt Berufsfeuerwehr) verlegt. Damals war geplant, den Marstall als neues Feuerwehrgebäude auszubauen. Dieser Plan wurde aber wieder fallen gelassen und dafür sollte der Stützpunkt Münsaer Straße beide Wehren aufnehmen. Aber auch das wurde nicht durchgeführt, da es offenbar an Mitteln fehlte.

1955 erhielt die Freiwillige Feuerwehr eine Tragkraftspritze TS 8, welche in der Berufsfeuerwehr untergestellt wurde. Außerdem erhielt die Freiwillige Feuerwehr die Erlaubnis, mit den Fahrzeugen und Geräten der Berufsfeuerwehr zu üben.

Bis Mitte der 60er Jahre besaß die Freiwillige Feuerwehr keinen eigenen Stützpunkt. Deshalb wurde von der Stadt Altenburg das frühere Gerätehaus in der Dechanei wieder zurückgegeben. Nach dem Ausbau des Gerätehauses wurde die Wehr mit einem Tanklöschfahrzeug TLF 16 ausgerüstet und von Meuselwitz wurde ein LF 16 umgesetzt. Als letztes Fahrzeug wurde eine Drehleiter DL 30 in Dienst gestellt. Durch diese technische Ausrüstung war der Grundstein gelegt, so dass mit einer geregelten Ausbildung an eigenen Geräten begonnen werden konnte.

Im Rathaus der Stadt Altenburg gab es im Laufe der Zeit eine andere Einstellung zu der Freiwilligen Feuerwehr. Bei einem Wettbewerb zur Ermittlung der besten Löschgruppe 1966 in Nobitz erreichte die Freiwillige Feuerwehr Altenburg von 7 Wehren den 2. Platz. Das sie wieder voll einsatzfähig war, bewies die Freiwillige Feuerwehr bei dem Brand am 1. August 1968, als ein Großfeuer im Herold’schen Gute in Kauerndorf ausgebrochen war.

1969 wurde mit dem Rat der Stadt eine Verpflichtung abgeschlossen, in welcher Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildung und der Erhöhung der Einsatzbereitschaft festgelegt wurden. Die Wehrleitung kündigte die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges an. Dadurch konnten 20 neue Mitglieder gewonnen werden. Am 25. April 1969 wurde die Kommandostelle Nord gegründet. Im Januar 1972 konnte berichtet werden, dass die Kommandostelle Nord auf Grund ihrer guten Leistungen ein neues modernes Löschfahrzeug LF 8-TS erhält. Doch nicht nur die Kommandostelle Nord machte in den Siebzigern Schlagzeilen. Auch der neue Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr in der Käthe-Kollwitz-Straße wurde um- und ausgebaut.

Im Jahre 1979 wurden die Arbeiten am Stützpunkt Käthe-Kollwitz-Straße beendet und das Jubiläum zum 125. Jahrestag der Gründung der Altenburger Feuerwehr mit einer Festveranstaltung im Rathhaussaal festlich begangen. Am 23. September 1979 wurde ein Kampfappell in Leipzig durchgeführt, wo die Freiwillige Feuerwehr Altenburg die Medaille für „Verdienste im Brandschutz“ erhielt.

Am 28. März 1980 wurde das Kollektiv der Freiwilligen Feuerwehr mit dem Ehrenzeichen der Deutschen Volkspolizei (DVP) ausgezeichnet. Schwierige Einsätze hatte die Freiwillige Feuerwehr Ende 1982 zu bestehen. Eine Kohlenstaubverpuffung in der Brikettfabrik Zipsendorf erforderte einen Einsatz von drei Tagen. Ein weiterer Einsatz erfolgte in der Brikettfabrik Regis.

Ein bedeutendes Jahr war das Jahr 1984, als man das 130-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr gefeiert hat. Die aktiven Kameraden führten zu diesem Anlass eine Schauübung auf dem Altenburger Markt durch.

Am 23. April 1987 war die Freiwillige Feuerwehr bei einem Großbrand im Altenburger Schloss im Einsatz, als dort die Junkerei in Flammen stand. Kompliziert war der Einsatz, weil das Gebäude als Archiv für wertvolle geschichtliche Zeitdokumente genutzt wurde. Zahlreiche Feuerwehren aus dem Kreisgebiet waren im Einsatz, um die Schäden so gering wie möglich zu halten.

In der Jahreshauptversammlung am 28. Januar 1989 wurde mitgeteilt, dass die Kommandostelle Nord ihr 20-jahriges Bestehen feiert. Damit ist das Kapitel „DDR“ in der Freiwilligen Feuerwehr Altenburg abgeschlossen.

 

Stadt Altenburg

 

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