Die Freiwillige Feuerwehr Altenburg nach der Wende 1990

Die politische Wende in Deutschland 1989 hat am Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr nichts geändert. Die Bereitschaft, ein Ehrenamt auszuführen ist auch im wiedervereinigten Deutschland eine Notwendigkeit. Neue Aufgaben kamen auf die Freiwilligen Feuerwehren der ehemaligen DDR hinzu. Die völlig andere Rechtsgrundlage musste bei Ausbildungen, Einsätzen und Übungen berücksichtigt werden. Hilfe und Unterstützung wurde auch in Altenburg durch Feuerwehrkameraden aus den alten Bundesländern gegeben. Die seit 1987 bestehende Städtepartnerschaft konnte nun auch auf die Feuerwehr ausgedehnt werden. Auf Einladung der Freiwilligen Feuerwehr Altenburg war die Partnerfeuerwehr aus Offenburg in Altenburg zu Besuch. Es fand ein Erfahrungsaustausch statt, und den Gästen wurden die Sehenswürdigkeiten der Stadt gezeigt. Als Gastgeschenke wurden Feuerwehrhelme ausgetauscht. Im November war eine Delegation der Freiwilligen Feuerwehr Altenburg zum Gegenbesuch in Offenbach.

Der Feuerwehrdienst ging ja trotz der Wende auch 1990 weiter. In der Wehrleitung gab es einen Wechsel. Der bisherige Wehrleiter Gerhard Schreiber trat zurück, und Kamerad Günther Taurat übernahm diese Funktion. Als erstes „neues“ Löschfahrzeug erhielt die Feuerwehr Altenburg 1990 für den Katastrophenschutz ein LF 16-TS.
 
Die Wehr stabilisierte sich nach der Wende. Die Führungskräfte besuchten die Brand- und Katastrophenschutzschule des Landes Thüringen in Bad Köstritz. Sie wurden auf den Lehrgängen, entsprechend ihrer Funktion, auf die neue Rechtsgrundlage und die zu erwartenden Aufgaben vorbereitet.
 
An der Anfang der 90er Jahre bestehenden Wehrstruktur ist noch zu erkennen, wie zäh doch die DDR Vergangenheit auch in Altenburg war. Das Aufgabengebiet für die vorwiegend weiblichen Wehrangehörigen wurde neu definiert. Die Kameradinnen sind jetzt bei der Unterstützung der Jugendarbeit und bei Veranstaltungen der aktiven Kameraden mit eingebunden. Besondere Unterstützung erfährt die Jugendfeuerwehr von den Feuerwehrfrauen bei dem jährlichen im Frühjahr stattfindenden Sicherheitstag auf dem Festplatz in Altenburg und dem Kreisjugendlager in Pahna. Eine weitere Aufgabe für die aktiven Kameraden sind die Sicherheitswachen bei Veranstaltungen der Stadt und im Landestheater Altenburg.
 
Im Jahr 1994 konnte die Wehr ihr 140-jähriges Jubiläum begehen. Aus Anlass des Jubiläums wurden zahlreiche Kameradinnen und Kameraden für ihre jahrelange Treue zur Feuerwehr und ihre Einsatzbereitschaft ausgezeichnet. Die Stärke der Wehr betrug zu diesem Zeitpunkt 74 Kameradinnen und Kameraden. 60 Männer und 14 Frauen, dazu kommen noch 15 Jugendliche der Jugendfeuerwehr und 30 junge Musikerinnen und Musiker des Musikzuges hinzu. Die Musiker des ehemaligen Spielmannzuges von Motor Altenburg suchten eine neue organisatorische Heimat und fanden sie in der Freiwilligen Feuerwehr.
 
Im Januar 1995 wurde eine gemeinsame Leitstelle für die Stadt Gera und die Landkreise Altenburger Land und Greiz eingerichtet. Der Notruf 112 läuft nun in der Leitstelle in Gera ein und von dieser Stelle werden die Einsätze zentral geführt. Die Leitstelle in Altenburg wird aufgelöst. Es bleibt nur noch eine Zentrale für die Berufsfeuerwehr bestehen.
 
Im Februar 1995 legte der bisherige Wehrführer, Oberbrandmeister Gunter Taurat, sein Amt nieder. Auf einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung wurde am 24. März 1995 Kamerad Brandmeister Martin Stock zum neuen Wehrführer gewählt. Als Stellvertretener Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Altenburg ist Kamerad Thomas Barthels für die Kommandostelle Nord zuständig. Durch die Gemeinde- und Kreisreform kamen die Freiwilligen Feuerwehren Ehrenberg, Mockzig, Paditz, Kosma und Zetzscha zu Altenburg hinzu. Die Wehren blieben selbständig und in ihrer Struktur bestehen. Der Leiter der Feuerwehr und zugleich Leiter der Berufsfeuerwehr ist Brandamtsrat Thomas Wust. Einen „Tag der offenen Tür“ veranstaltete die Wehr am 13. September 1997, wobei der Höhepunkt des Tages auf der Übergabe eines neuen LF 8/6 an die Kameraden der Kommandostelle Nord lag. Die Kameraden der Altenburger Wehr hatten im ersten Halbjahr 1997 mit 67 Operativkräften so viele Alarmierungen wie im gesamten Vorjahr.

Zur Jahreshauptversammlung 1999 kandidierte nach vierjähriger Amtszeit Martin Stock nicht wieder als Wehrführer. Neu in das Amt gewählt wurde Kamerad Uwe Müller, als Stellvertreter und Kommandostellenleiter Nord wurde Thomas Bartels und als Kommandostellenleiter Mitte Rudolf Naumann gewählt und durch Oberbürgermeister Ungvári verpflichtet. Die bis dahin vakante Stelle des Stadtbrandinspektors wurde 1997 besetzt. In einer gemeinsamen Jahreshauptversammlung wurde in einer Kampfabstimmung der Kamerad Alois Slach, Wehrführer Freiwillige Feuerwehr Kosma, gewählt. Nach Ablauf der Legislaturperiode 2002 kandidierte Kamerad Udo Müller für diese Funktion und wurde mit Stimmenmehrheit gewählt. Durch den Personalmangel in der Wehr Altenburg, hat diese ihre Leistungsgrenze längst erreicht. Die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr liegt unter zehn Prozent des Personalbestandes. In der örtlichen Presse wurde auf diesen Umstand hingewiesen, so dass sich alle Bürger von der Personalsituation „ihrer“ Freiwilligen Feuerwehr ein Bild machen konnten. Wenn Hilfe von Nöten ist, dann weiß jeder wie die Feuerwehr zu erreichen ist. Aber auch den Helfern muss geholfen werden.

 

Stadt Altenburg

 

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