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Die Geschichte der Berufsfeuerwehr Altenburg

Nachdem am 7. Mai 1854 Altenburg die erste organisierte Feuerwehr erhalten hatte und diese in fast 70 Jahren erfolgreich große und kleinere Brände bekämpfte, machte es die fortschreitende Industrialisierung Anfang letzten Jahrhunderts erforderlich, auch in Altenburg eine Berufsfeuerwehr aufzubauen.

Im November 1921 wurde im ehemaligen Bauhof der Münsaer Straße 08 (seit 1712 Herzogliches Jagdzeughaus) von der Deutschen Erdöl AG (DEA) eine Berufsfeuerwehr stationiert, nachdem die Firma bei mehreren schweren Tagebaubränden festgestellt hatte, dass das bisherige Feuerlöschwesen dringend neu organisiert werden müsse. Die Berufsfeuerwehr hatte in erster Linie den Schutz der DEA - Werke in Rositz und der Werke in Regis – Breitingen zu gewährleisten. Aus dem Lageplan der „Herzoglichen Kraftwagenhalle“ wird ersichtlich, dass die Räumlichkeiten aus dieser Zeit noch heute von der Berufsfeuerwehr genutzt werden.

In einem Schreiben der Rositzer Braunkohlewerke AG an das Finanzministerium zu Altenburg, vom 13. August 1921, findet man die erste Erwähnung zur Gründung bzw. Bildung einer Berufsfeuerwehr der Rositzer Braunkohlewerke. Die Zeitschrift „Feuer und Wasser“, Jahrgang 1925, Nr. 2, beschreibt in dem Artikel „Feuerschutz im Mitteldeutschen Braunkohlebergbau“ ausführlich über Gründung und Aufgaben dieser bis zu diesem Zeitpunkt bewährten Berufsfeuerwehr. So wird berichtet das die Wehr aus 1 Branddirektor namens Helm, früher Brandingenieur in Chemnitz, 1 Brandmeister, 2 Oberfeuerwehrmännern, 2 Gefreiten, 12 Feuerwehrmännern und 2 Telefonisten bestand. Die Mannschaft ist nach Berliner Vorschrift uniformiert. Sie besteht durchweg aus gelernten Handwerkern, die in den Werkstätten der Feuerwehr Reparaturen an Kraftfahrzeugen der Firma sowie anderweitige Reparaturen und Neuanfertigungen ausführen. An Geräten sind vorhanden: 1 Personenkraftwagen für den Branddirektor, 8/24 PS Dürkopp, 1 Überland-Automobilmotorspritze 45/55 PS MAN mit angehängter elasticbereifter und abprotzbarer Fladermotorspritze von 750 l bei 8 Atm. auf 8/30 PS Dürkopp und 1 Krankenanhänger mit je zwei Bahren.

Dem Feuerschutz der Berufsfeuerwehr unterstehen außer etwa 25 eigenen Werken der Deutschen Erdöl-AG auch eine größere Anzahl industrieller und landwirtschaftlicher Betriebe, mit denen Löschverträge abgeschlossen sind. Auch wird die Berufsfeuerwehr bei städtischen größeren Bränden vom Feuerwehrkommando gerufen.
 
Bis zum Jahre 1925 hat die Wehr über 80 Feuer - meist Großfeuer - , sowohl über wie unter Tage, bekämpft und damit ihre Existenzberechtigung nachgewiesen. Seit Mitte des Jahres 1924 verfügt die Wehr über eine vollständige Sanitätsabteilung, welche von Dr. med. Weber ausgebildet worden war und an den Bezirksverein des Roten Kreuzes angegliedert wurde.

Das Jahr 1933 brachte viel Neues für die Feuerwehren der Stadt Altenburg. So geht aus den Ratsakten dieser Zeit hervor, dass schon 1933 Luftschutzreviere gebildet wurden, bei dem die Wache der Berufsfeuerwehr als Alarmplatz des II. Reviers eingerichtet wurde.

Im Juli 1938 schreibt die „Altenburger Landeszeitung“ über die Neubeschaffung einer neuzeitlichen Motorspritze, „der neue große Spezialwagen, der Stolz des Branddirektors“, wird berichtet. Das sechsradgetrieben Sonderfahrzeug verfüge über einen Benzinmotor von 150 PS Leistung, womit eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern erreicht werde. 3500 Liter Wasser pro Minute kann dieses Fahrzeug fördern.

Im „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ von 1938 wurde festgelegt, dass alle Feuerwehren nun zur „Feuerlöschpolizei“ umprofiliert werden. Das Rot der Einsatzfahrzeuge wurde durch eine dunkelgrüne Lackierung ersetzt und Anfang des Krieges erhielten sämtliche Fahrzeuge eine Ganzlackierung in „Wehrmachtgrau“. Das Kriegsende verlief für die Wehr recht glimpflich, so gab es keine Personen- und Fahrzeugschäden zu beklagen. Am 1. April 1945 wurden den ersten vorbeikommenden Amerikanern Pistolen und Gewehre übergeben, mit denen die Feuerwehrleute als Angehörige der Feuerlöschpolizei ausgerüstet worden waren.

Grundlegende Veränderungen ergaben sich durch die Einführung der Thüringer Feuerlöschordnung von 1949 vor allem in der Organisation des Brandschutzes. Am 01.01.1950 wurden die Berufsfeuerwehren von der Deutschen Volkspolizei (DVP) übernommen. Mit der Übernahme der Berufsfeuerwehr an die DVP ging auch die personelle, materielle und finanzielle Verantwortlichkeit der Freiwilligen Feuerwehren von den Räten der Städte und Gemeinden an die Deutsche Volkspolizei über. Die Gewährleistung der Einsatzbereitschaft war in den Anfängen der 50er Jahre kompliziert. Nur das Kommando Altenburg sowie die Freiwillige Feuerwehr Schmölln und Meuselwitz verfügten über genormte Löschfahrzeuge. Mit einer Veränderung der Struktur in der DDR im Jahre 1952 entstand u.a. der Bezirk Leipzig, zu dem auch der Kreis Altenburg gehört. In den Jahren 1964/65 erfolgte eine große Erweiterung und Modernisierung der Objekte der Berufsfeuerwehr. So wurde zum Beispiel die heutige große Fahrzeughalle errichtet.

Exemplarisch soll als einen der größten Brände der Brand der Junkerei im Altenburger Schloss erwähnt werden. Am 23.04.1987 um 06.00 Uhr wurde die gesamte Berufsfeuerwehr Altenburg alarmiert. Wenn der Brand auch schon nach zwei Stunden unter Kontrolle gebracht werden konnte, dauerte die Restablöschung und notwendige Sicherungsmaßnahmen noch bis zum 25.04.1987. Das Lager des Staatsarchiv Weimar mit ca. 2400 lfd. Meter wertvoller Akten wurde in Tag- und Nachteinsätzen vollständig evakuiert.
      
1992 wurde die Berufsfeuerwehr Altenburg mit einer Personalstärke von 34 Feuerwehrmännern durch das Thüringer Innenministerium offiziell an die Stadt Altenburg in die Trägerschaft übergeben. Mit dem Übergang zur Stadtverwaltung Altenburg wurde gleichzeitig eine Strukturanpassung entsprechend den örtlichen Gegebenheiten durchgeführt. Schrittweise konnte mit umfangreichen Investitionen begonnen werden, um die Technik der Berufsfeuerwehr zu modernisieren.

Seit 2005 gibt es Bestrebungen zum Neubau einer Feuerwache. Im Oktober 2008 verkündet der Oberbürgermeister Michael Wolf den Neubau, bei dem auch die Freiwilligen Feuerwehren Altenburg-Nord und Altenburg-Mitte mit einziehen sollen.

 

Stadt Altenburg

 

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